Erstgespräch

In einem Erstgespräch schildern Sie Ihr Anliegen. Durch gezieltes Nachfragen versuche ich als Therapeut, Ihre Situation und Ihren Behandlungsauftrag zu verstehen und zu erfassen. So kann ich einschätzen, ob ich Sie in Ihrem Anliegen unterstützen kann. Sie bereiten sich auf dieses Erstgespräch vor, indem Sie sich überlegen, welche Anliegen, Beschwerden und Erwartungen Sie an den Therapeuten haben.

Abklärungsphase

Nach dem Erstgespräch vereinbare ich mit Ihnen eine Abklärungsphase mit drei Probesitzungen. So können Sie erfahren, ob Sie mit Ihrem Anliegen bei mir an dem Ihnen zusprechenden Ort sind. Die Abklärungsphase  dient mir zur diagnostischen Einordnung Ihrer Beschwerden, zur Klärung Ihres Auftrages und damit zur prognostischen Aussage: Worum geht es? Welche Veränderungen sind realistisch? In welchem Zeitraum? Falls Sie sich nicht wohl fühlen, sprechen Sie dies an, damit allfällige Gründe besprochen und ausgeräumt werden können. Wenn Sie dennoch wechseln wollen, sprechen Sie dies offen an.

Vorgehen und Behandlungsziel

Auf der Grundlage Ihrer Problemschilderung und Veränderungsanliegen erstelle ich gemeinsam mit Ihnen individuelle Behandlungsziele. Übergeordnetes Ziel einer jeden Psychotherapie ist die persönliche Entwicklung durch Förderung der Selbstheilungskräfte, Selbstfürsorge und Beziehungsfähigkeit. In den Psychotherapiesitzungen erarbeiten wir Fertigkeiten, die es Ihnen ermöglichen, sich selbst zu unterstützen im Umgang mit Ihren
Themen und bei Ihrer persönlichen Entwicklung. Die stetige Verbindung von Gedanken, Gefühlen und Körperwahrnehmungen nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Die neurobiologische Forschung bestätigt, dass nachhaltige Veränderungen stattfinden, wenn alle drei Ebenen – Körperempfindungen, Gefühle und Denken – in die Behandlung miteinbezogen werden.

Die traumazentrierte Psychotherapie folgt den Richtlinien der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT). Der therapeutische Prozess folgt verschiedenen Stadien: Nach Aufbau einer tragfähigen, vertrauensvollen therapeutischen Arbeitsbeziehung vor allem Stabilisierung, sodann die Distanzierung von Traumamaterial, erst danach Durcharbeiten des Traumas durch Konfrontation in sensu mithilfe verschiedener
Techniken. Während des ganzen Prozesses finden Integration, Trauerarbeit und Wiederanknüpfen an vorbestehende Ressourcen ihren je eigenen Raum.

Arbeitsweise

Psychotherapeutische Arbeit ist Teamarbeit. Ich kann Sie nicht heilen oder verändern, sondern nur in Ihrem Veränderungsprozess unterstützen und begleiten. Selbstverständlich stehen mir hierzu bewährte und  zieldienliche Methoden zur Verfügung, u.a. SE (Somatic Experience) nach P. Levine, PITT nach Luise Reddemann, Methoden nach M. Huber sowie körperpsychotherapeutische (IBP nach J.L. Rosenberg) und gestalttherapeutische Ansätze. Sie werden Erklärungsmodelle kennenlernen, die Ihnen helfen, sich selbst und andere besser zu verstehen. Sie werden «Werkzeuge» erhalten und erlernen, die Sie in Ihrem Alltag zur besseren Problem- und Konfliktbewältigung einsetzen können. Mit konkreten Hausaufgaben unterstütze ich Sie dabei, den therapeutischen Prozess im Alltag weiterzuführen, Ihre Eigenverantwortung zu fördern und Ihre Selbstfürsorge zu stärken.

Psychiatrische (ev. auch – in Absprache mit Ihnen – psychotherapeutische) Arbeit heisst für mich auch Miteinbeziehen des sozialen Umfeldes, d. h. auch des (Lebens)Partners. Die Angehörigenarbeit (Begleitung, Unterstützung, Aufklärung / Psychoedukation) hat in meiner Praxis einen tragenden Stellenwert.

Medikamentöse Behandlung

Psychotherapien führe ich in Absprache mit Ihnen grundsätzlich ohne medikamentöse Begleitbehandlung durch: sofern möglich und ethisch vertretbar. Traumafolgestörungen erfordern indes mitunter auch den (ev. nur vorübergehenden) Einsatz von spezifischen Medikamenten wie z.B. Antidepressiva. Eine allfällige medikamentöse psychiatrische Behandlung wird während der ganzen Dauer der Behandlung ausschliesslich von mir übernommen und verantwortet. Insofern ist es unabdingbar, dass Sie Ihren Hausarzt darüber informieren. Ebenso unabdingbar ist, dass Sie mir, am besten zum Erstkontakt, eine Liste aller von Ihrem Hausarzt  ausgehändigten / verordneten Psychopharmaka und anderer Medikamente mitbringen. So kann gleich zu Beginn der Behandlung eine Beurteilung von allfälligen Medikamenteninteraktionen bzw. unerwünschten Nebenwirkungen und Kontraindikationen erfolgen.

Häufigkeit der Sitzungen

Psychotherapeutische Einzelsitzungen finden in der Regel mindestens 1 Mal wöchentlich statt und dauern zwischen 50 und 75 Minuten, mitunter auch in gegenseitiger Absprache 2-wöchentlich 90 Minuten. Im Laufe der Behandlung biete ich Ihnen E-Mailkontakt/ Beratung an (email hidden; JavaScript is required). Sie erhalten immer eine Antwort – wenn auch nicht sofort. Die datenschutzrechtliche Problematik macht zwar einen Schriftverkehr per Post wesentlich sicherer und ist aus therapeutischer Sicht auch sinnvoller, die Entscheidung darüber stelle ich Ihnen anheim.

Therapiedauer

Die Dauer der Therapie ist abhängig von Ihrem Beschwerdebild, dem Ausmass Ihrer Schwierigkeiten. Traumafolgestörungen sind tiefgreifende komplexe seelische Verletzungen, die ein langsames, behutsames psychotherapeutisches Arbeiten erfordern: «Langsam ist meistens schneller». Erst im Verlauf der Behandlung wird deutlich werden, mit welchem Zeitrahmen voraussichtlich zu rechnen ist.

Wiederaufnahme der Arbeit nach längerem Krankenstand

Sofern eine längere Unterbrechung Ihrer beruflichen Tätigkeit notwendig wird, muss eine allfällige Wiederaufnahme – insbesondere nach längerem Krankenstand – sorgfältig vorbereitet werden. In der Regel biete ich  dazu Standortgespräche mit dem Arbeitgeber und Ihnen in meiner Praxis an. Auskünfte jedweder Art an Arbeitgeber – bezüglich Ihrer Arbeitsfähigkeit resp. Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit – erteile ich grundsätzlich nur auf Ihren ausdrücklichen Wunsch – und dann nur nach vorheriger schriftlicher Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht durch Sie und nach eingehender Absprache mit Ihnen. In jedem Fall orientiere ich Sie darüber immer schriftlich mit einer Kopie.

Absage eines Sitzungstermins

Vereinbarte Sitzungstermine sind verbindlich. Im Verhinderungsfall muss der Termin mindestens einen Werktag im Voraus (unter der Woche 24 Stunden, übers Wochenende 48 Stunden) per Telefon meinem Sekretariat mitgeteilt werden. Absagen per E-Mail oder SMS akzeptiere ich nicht. Bei kurzfristiger Absage oder unentschuldigter Absenz verrechne ich Ihnen die Sitzung in voller Höhe der vereinbarten Dauer (60 Minuten / 90 Minuten).

Beachten Sie, dass die Verrechnung versäumter Termine von den Krankenkassen nicht übernommen wird und somit in voller Höhe zu Ihren Lasten geht.

Kosten und Rechnungsstellung

Ihre Krankenkasse übernimmt in aller Regel die Kosten der Behandlung abzüglich des üblichen Selbstbehaltes. E-Mailkontakt(e)/- Beratung(en) werden gemäss TARMED Suisse in Rechnung gestellt («Leistung in  Abwesenheit des Patienten»). Die Therapiesitzungen werden in der Regel fortlaufend der Krankenkasse im TP in Rechnung gestellt. Die Abrechnung erfolgt über die Inkasso H-Clearing Altendorf. Sofern sie nicht schriftlich dagegen Einwände erheben, setze ich Ihr Einverständnis damit mit der ersten (persönlichen und / oder telefonischen) Konsultation als gegeben voraus.

Zeichnet sich eine längere psychotherapeutische  Behandlung ab, ist eventuell ein baldiger Antrag meinerseits bei Ihrer Krankenkasse auf längerfristige Kostenzusage sinnvoll. Gemäss den gesetzlichen Bestimmungen kann Ihre Krankenkasse nach der 44.  Behandlungssitzung einen schriftlichen Verlaufsbericht mit Begründung weiterer Sitzungen einfordern.

Erreichbarkeit

Während laufender Psychotherapien bin ich telefonisch nicht erreichbar. Ihr Anruf wird auf die Combox der Praxis-Nummer weitergeleitet, die regelmässig abgehört wird.
Ausserhalb der Sprechstunden sowie an Wochenenden und an Sonn-  und Feiertagen bin ich in psychiatrisch-psychotheraputisch dringlichen Fällen und Krisensituationen telefonisch erreichbar über mein Praxistelefon (gegebenenfalls Combox).
Mobile-Nummer und Email sind ab 1.10.2018 nicht mehr in Betrieb! Die Praxis kehrt zurück zur bewährten Kommunikation mittels Post und Festnetztelefonie.